IBK 2020 - Vorträge der IGEB!

Die IGEB – Internationale Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Bläsermusik wurde bereits 1974 gegründet.

Ziel der Gesellschaft ist die Erforschung aller Aspekte des Blasmusikwesens. Mittel dazu sind die Kongresse zum Gedanken- und Wissensaustausch von Wissenschaftlern, Dirigenten, interessierten Musikern und Amateuren. Weiters dient die Publikationsreihe Alta Musica zur Verbreitung der Forschungsergebnisse aus unterschiedlichsten Themenkreisen des Blasmusikwesens. Derzeit gehören der IGEB über 300 Mitglieder aus über 30 Ländern an.

Die IGEB wird mit einem Stand beim IBK vertreten sein und Mitglieder und Vorstände informieren am Stand Nr. 39 in der Ausstellung direkt über ihre Arbeit.

Folgende Vorträge kommen aus den Reihen der IGEB-Mitglieder:

Historische Aufführungspraxis der großen Traditionsmärsche

Leon J. Bly
Dr. Leon J. Bly

Dozent: Dr. Leon J. Bly

Diese Präsentation mit Tonaufnahmen beschreibt die historische Aufführungspraxis für die großen internationalen Traditionsmärsche Europas und der USA. Präsentiert werden die unterschiedlichen nationalen Charakteristiken der Märsche. Besprochen werden Marscharten, Tempi, Artikulation, Style, Blasorchesterbesetzungen, usw. Besonders werden die Märsche von Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Italien, Norwegen, Schweden, der Donaumonarchie, Russland, und der USA hervorgehoben.

Blasorchester und Chormusik

Zu Repertoire-, Besetzungs- und aufführungspraktischen Fragen bei Chorwerken mit Blasmusikbegleitung

Dr. Friedhelm Brusniak
Dr. Friedhelm Brusniak

Dozent: Dr. Friedhelm Brusniak

Felix Mendelssohn Bartholdys Festgesang zum Gutenbergfest (MWV D 4, 1840) und Festgesang an die Künstler (MWV D 6, 1846) zählen zu bekannteren und auch wieder häufiger aufgeführten Werken für Männerchor und Blasorchester des 19. Jahrhunderts. Besetzungs- und aufführungspraktische Fragen – Stichwort Ophikleide – werden hierbei allerdings selten diskutiert und auch in neueren Editionen auffallend nebensächlich behandelt. Dies gilt in besonderem Maße für in Vergessenheit geratene Werke für vier Männerstimmen bzw. Männerchor „mit willkürlicher Begleitung der Blase-Instrumente“ (F. W. Berner, Hymne)oder andere Chorgattungen mit Blasmusikbegleitung bis in die Gegenwart. Historisch interessierte Sängerinnen und Sänger, Bläserinnen und Bläser mahnen jedoch völlig zu Recht einen dringend notwendigen Diskurs über solche Fragen aus einem Bereich der musikhistorischen „Schnittstellenforschung“ an, nicht zuletzt um Perspektiven für die Ausbildung von Chor- und Blasmusikdirigenten sowie für Repertoireergänzungen oder -erweiterungen zu erhalten.

Über die Erforschung und Förderung der Blasmusik

David Gasche
Dr. phil. David Gasche

Dozent: Dr. phil. David Gasche

Das Internationale Zentrum für Blasmusikforschung (Kunstuniversität Graz, Institut Oberschützen, Österreich) widmet sich heute als Pionier der zunehmenden deutschen Blasmusikforschung. Seit ihrer Eröffnung (1990) und Erweiterung zum International Center for Wind Music Research (2013) verfügt es über eine moderne Bibliothek und ein umfangreiches Archiv, die eine weltweite Sammlung von Werken und Literatur bietet. Das sind mehr als 30 000 Exemplare ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts, darunter Noten, Direktionsstimmen, Fachbücher, Zeitschriften, Hochschularbeiten, Dissertationen, Verlagsverzeichnisse und Tonträger.
Dieser Kurzvortag (20 Minuten mit 10 Minuten Diskussion) wird zunächst die Bestände, Tätigkeiten und Aufgaben der Pannonischen Forschungsstelle (PFS) vorstellen. Aber gibt es dazu einen Hintergedanken von Nutzen für die Praxis? Ist die Forschung relevant für die Blasmusik? Um diese Fragen beantworten zu können, wird ebenso pädagogische und künstlerische Aspekte betrachtet, um die Rolle der PFS zu erklären. Die Aktivitäten, Projekte und Herausforderungen sind zahlreich und vielfältig, aber die PFS verfolgt das Ziel, eine Zusammenarbeit zwischen u. a. Forschern, Studierenden, Musiker, Dirigenten oder Komponisten zu fördern und eine Fortentwicklung der Blasmusik zu gewährleisten.

Bergmusik an der Saar

Björn Jakobs
Dr. Björn Jakobs

Dozent: Dr. Björn Jakobs

Der Vortrag “Bergmusik” an der Saar” wirft einen Blick auf die die saarländische Bergmusikgeschichte vom Mittelalter bis hin zur heutigen Zeit, mit allen ihren Höhen und Tiefen. Neben der Bedeutung von frühen Bergmannsliedern werden Hinweise auf die Entstehung bergmännischer Formationen aufgezeigt, die sich im Laufe von 200 Jahren bis hin zu Bigbands, Kammermusikensembles oder Egerländer Besetzung immer wieder verändert haben. Mit Blick auf den industriellen Strukturwandel in Deutschland wird auch die Bedeutung von Bergchören und –kapellen in der heutigen Zeit angesprochen, die ihren Weg als Traditionsmusikkorps weiterführen.

Anatomie eines Medleys

Jörg Murschinski

Dozent: Jörg Murschinski

Das Medley oder Potpourri ist gleichsam die Königsdisziplin des Arrangierens. Hier gilt es, verschiedene, nicht selten auch sehr heterogene Elemente zu einem organischen Ganzen zusammenzuführen. Dabei  müssen bestimmte Abläufe und Konventionen – sowohl musikalischer als auch außermusikalischer Art – beachtet und eingehalten werden. Bereits ein flüchtiger Blick auf das immense Angebot an solchen Arrangements zeigt, dass es hier beträchtliche technische wie kreative Unterschiede hinsichtlich der Dramaturgie und inneren Gestaltung, aber auch der Behandlung der „Nahtstellen“ zwischen den einzelnen Elementen geben kann. Diese Parameter beeinflussen jedoch nicht zuletzt auch die Qualität und den Gesamteindruck des Medleys insgesamt und können daher als wichtiges Auswahlkriterium herangezogen werden.
Dieser Vortrag möchte einige Gesichtspunkte, die für das Erstellen eines Medleys von Bedeutung sind, näher beleuchten. Vor allem sollen verschiedene Philosophien und Vorgehensweisen in Bezug auf die Auswahl der einzelnen Komponenten, ihre Anordnung und kreative Verarbeitung sowie die Gestaltung von Einleitung, Übergängen und Schluss des Arrangements zur Sprache kommen und mittels Partitur- und Klangbeispielen eingehender erläutert werden.

Retuschen und andere Eingriffe in die Partitur – Wann sind sie nötig? Wann legitim? Wo sind die Grenzen?

Dozent: Jörg Murschinski

Die Partitur eines Musikstücks stellt gewissermaßen dessen Idealzustand dar. Sie verrät auf genaueste Art und Weise die Gedanken und Intentionen des Komponisten. Die praktische Umsetzung einer Partitur hingegen stellt die Ausführenden häufig vor Probleme, da die Realität insbesondere im Amateurbereich des Blasorchesters meist und teilweise sogar in gravierender Form vom Ideal der Komposition abweicht. In erster Linie ist hier an die Diskrepanz zwischen der in der Partitur geforderten Instrumentierung im Vergleich zur tatsächlichen Besetzung des ausführenden Orchesters zu denken. Daraus resultierend können aber auch andere Bereiche wie beispielsweise Dynamik oder Klangbalance betroffen sein. Nicht selten bleibt dem Dirigenten dann nichts anderes übrig, als selbst in die Partitur einzugreifen und sie zu verändern, beziehungsweise sie an die ihm vor Ort zur Verfügung stehenden Gegebenheiten anzupassen. Doch verfälscht man damit nicht den Willen des Komponisten und damit auch das Wesen seiner Tonschöpfung?In diesem Vortrag werden anhand von ausgewählten Beispielen einige Strategien und Methoden solcher Partiturretuschen vorgestellt. Überdies soll aber auch über deren Sinn, Notwendigkeit, Legitimation und Grenzen im Spannungsfeld von kompositorischem Ideal und musikalischer Realität diskutiert werden.

„Entweder man kann’s oder man lässt es bleiben.“ Kritische Gedanken zur Ausbildung von Blasmusikdirigenten

Dr. phil. Damien Sagrillo
Dr. phil. Damien Sagrillo

Dozent: Dr. phil. Damien Sagrillo

Diesen Karl Böhm in den Mund gelegten Satz passt zu seinem Naturell. Sein Sarkasmus und Zynismus waren bekannt. Karl Böhm hat nie ein Dirigierstudium absolviert. Dennoch gehörte er zu den Großen seines Fachs. In der Fachzeitschrift „das Orchester“ ist im Zusammenhang mit dem berufsausbildenden Angebot für Blasorchesterdirigenten folgendes zu lesen: „Marschmusik oder leichtere Muse haben keinen Platz im Curriculum, die Konzentration liegt auf der Literatur für Sinfonisches Blasorchester“[1] Diese Aussage gehört kritisch hinterfragt. In meinem Vortrag steht infolgedessen zweierlei im Vordergrund. Zum einen: Was ist ein sinfonisches Blasorchester bzw. eine Bläserphilharmonie – wo kommen die Begriffe her, worauf zielen sie ab? Zum anderen: Marchmusik und sog. „leichte Muse“ gehören zum Wesen lokaler Musikvereine. Wieso finden diese als Tradition zu bezeichnenden Genres der Blasmusik in der Ausbildung keinen Platz? In der Zusammenfassung der beiden voraus gestellten Fragen lassen sich Schlussfolgerungen für die Ausbildung von Blasmusikdirigenten ziehen.
[1] Alexander Beer, „Berufsziel: Blasorchesterdirigent. Neue Perspektiven für Hochschulabsolventen“, in: das Orchester,  09/2009 , Seite 24  https://dasorchester.de/artikel/berufsziel-blasorchesterdirigent/

Zugangsvoraussetzung für alle Workshops und Vorträge beim IBK 2020 ist eine gültige Gesamt- oder Tagesregistration. Hier können Sie sich für den IBK 2020 – Internationalen Blasmusik Kongress registrieren:

Die Frühbucher-Preise gelten bis zum 30. November 2019.

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